zum Inhalt springenzur Navigation

Wien Modern, Arnold Schönberg und der Blick nach vorn

Manos Tsangaris

Manos Tsangaris

Foto: 

Der Geburtstag von Arnold Schönberg jährt sich am 13. September 2024 zum 150. Mal. Gefeiert wird schon seit Jahresbeginn, nun steuert das Jubiläumsjahr in seiner zweiten Hälfte auf besondere Highlights zu. 51 Institutionen feiern mit 132 Veranstaltungen an 33 Orten in und um Wien die zweite Hälfte des Jubiläumsjahres »Schönberg 150«. Mit zwei Musiktheater-Uraufführungen, zahlreichen weiteren Ur- und Erstaufführungen und Filmpremieren verlagert sich das Gewicht in den kommenden Monaten von der Retrospektive in Richtung auf Neuproduktionen und Premieren. Die kommenden Monate laden dazu ein, sich von einem seit Schönbergs Skandalkonzert von 1913 kursierenden Mythos zu verabschieden – denn Musik, Innovation und Publikum passen in Wien wunderbar zusammen.

»Die gelungene Koordination des Jubiläumsjahres durch das Arnold Schönberg Center und Wien Modern mit mehr als 50 beteiligten Institutionen zeigt die Kraft von Kooperationen und der Zusammenarbeit im Wiener Kulturleben. Nach dem erfolgreichen ersten Halbjahr von ›Schönberg 150‹ rücken ab Sommer vielfältige neue künstlerische Positionen in den Fokus, die neue Perspektiven auf den Künstler eröffnen und für ein musikalisches Feuerwerk im Herbst sorgen – ich freue mich darauf!«, erklärt Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler bei der Programmpräsentation des zweiten Halbjahres am 25. Juni 2024 im Arnold Schönberg Center.

›Kunst ist für mich: neue Kunst‹, hat Schönberg als ›Minimalanforderung‹ formuliert. Wien Modern hat daher spannende, sehr unterschiedliche Künstlerinnen und Künstler gebeten, mit den Ohren und Augen unserer Zeit Schönbergs Impulse und Auswirkungen neu zu befragen und fühlbar zu machen. Die Musiktheater-Uraufführung für junges Publikum »Die Prinzessin – ein Schönbergmärchen« nach einer Erzählung von Arnold Schönberg bringen Komponistin Margareta Ferek-Petrić und Regisseurin Nina Kusturica im Dschungel Wien auf die Bühne. Der Komponist, Schlagzeuger, Künstler und Lyriker Manos Tsangaris – soeben zum Präsidenten der Akademie der Künste Berlin gewählt und mit dem Mauricio Kagel Musikpreis ausgezeichnet – macht im Auftrag von Wien Modern die Secession, den Musikverein, das Wiener Konzerthaus und das Arnold Schönberg Center sechs Tage lang zu Stationen der ungewöhnlichen Musiktheater-Uraufführung »Arnold Elevators«.

Die viertägige Gesamtaufführung der Schönberg-Streichquartette im Rahmen von Wien Modern im Wiener Konzerthaus und im Musikverein mit vier großen Auftragswerken von Sarah Nemtsov, Chaya Czernowin, Hilda Paredes und Stefan Prins ist gleichzeitig die weltweit umfangreichste Produktion zum 50. Jubiläum des Londoner Arditti Quartet. Das Claudio Abbado Konzert im Musikverein präsentiert neben einem skandalumwitterten Stück des Schönberg-Schülers John Cage die Gewinner:innen des gemeinsamen Calls for Scores von ACOM – Austrian Composers Association, Wien Modern, ORF RSO Wien und Arnold Schönberg Center: Tanja Elisa Glinsner, Shiqi Geng und Marios Joannou Elia. Beim Festkonzert im Rathaus der Stadt Wien am 6. November 2024 präsentiert das vereinte Orchester von MUK und Bruckner-Universität neben Schönberg auch den Performance-Klassiker »Proposition« von Alison Knowles, bei dem das Orchester für das Publikum einen Salat zubereitet.

Das Publikum spielt auch die Hauptrolle im Film »Schönberg Pfeifen«, den Pianist Marino Formenti und Filmemacher Thomas Marschall seit Mai 2024 an zahlreichen Orten im öffentlichen Raum in Wien drehen und der im Herbst Premiere feiert. Schönbergs berühmter Wunsch, »dass man meine Melodien kennt und nachpfeift«, wird vom Praterstern bis zum Brunnenmarkt einer ausführlichen Prüfung unterzogen.

Eine Übersicht aller Projekte gibt es in der aktuell erschienenen Broschüre und auf der Website schoenberg150.at.

Das Detailprogramm veröffentlichen wir am Anfang September 2024.