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Klaus Huber

* 1924 in Bern; † 2017 in Perugia

Komposition

Klaus Huber studierte Geige und Komposition am Musikkonservatorium in Zürich. 1955 ging er nach Berlin und setzte sein Kompositionsstudium bei Boris Blacher fort. 1959 erlangte er mit der Kammerkantate Des Engels Anredung an die Seele seinen internationalen Durchbruch. Es folgte eine mehr als 60-jährige Schaffensphase, in der er sein kompositorisches Denken immer wieder tiefgreifenden Revisionen unterzog, stets nach neuen Anregungen suchte und seinen Stil kontinuierlich weiterentwickelte. In seinen Kompositionen beschäftigte er sich u. a. mit der asiatischen und lateinamerikanischen Kultur. Insbesondere sein Spätwerk ist durch den Einsatz von Mikrotonalität und die Aneignung des arabischen Tonsystems geprägt. Klaus Huber verstand sich selbst als politischen Komponisten, in seinen Werken thematisierte er häufig philosophische, religiöse und gesellschaftliche Fragen. Der Konflikt zwischen Individuum und Kollektiv, zwischen humaner Vision und menschenfeindlicher Macht stand im Fokus seines Schaffens. Neben seiner kompositorischen Arbeit war er als Professor in Basel und in Freiburg im Breisgau tätig, unter seinen Schüler*innen waren zahlreiche bedeutende Komponist*innen, darunter Wolfgang Rihm, Brian Ferneyhough, Toshio Hosokawa, Kaija Saariaho und seine spätere Frau, Younghi Pagh-Paan. Klaus Huber wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u. a. dem Ernst von Siemens Musikpreis und dem Musikpreis Salzburg.