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Jaap Blonk

* 1953 in Woerden (Holland)

Stimme

Jaap Blonk studierte zunächst Physik, Mathematik und Musikwissenschaft, brach diese Ausbildung jedoch ab und begann in den späten 1970er-Jahren, Saxofon zu spielen und zu komponieren. Bald entdeckte er sein stimmliches Potenzial, zunächst beim Rezitieren von Gedichten, dann beim Improvisieren und bei der Aufführung eigener Vokalkompositionen. Er war Gründer und Leiter der Bands Splinks (modern jazz, 1983−1999) und BRAAXTAAL (avant-rock, 1987−2005). Fast zwanzig Jahre lang blieb die Stimme sein Hauptmittel beim Entdecken und Erforschen neuer Klänge. Um das Jahr 2000 begann er, auch Elektronik in seine Arbeit mit einzubeziehen. Neben Samples seiner Stimme verwendete er zunehmend dabei auch synthetisch erzeugte Klänge. 2006 zog er sich für ein Jahr von der Bühne zurück und beschäftigte sich erneut intensiv mit Mathematik; er begann mit der Erforschung der Möglichkeiten algorithmischer Komposition für die Schöpfung von Musik, visueller Animation und Poesie. Mit Live-Elektronik und interaktiven Projektionen hat er den Bereich seiner Konzerte erheblich erweitert. Auftritte führten Jaap Blonk durch alle Kontinente der Welt. Neben seinen Soloperformances arbeitete er mit verschiedensten Musiker*innen und Ensembles zeitgenössischer und improvisierter Musik wie u. a. Maja Ratkje, Carl Ludwig Hübsch, Ute Wassermann, David Moss, Joan La Barbara, The Ex und dem Netherlands Wind Ensemble. Er brachte verschiedene Stücke der Komponistin Carola Bauckholt zur Uraufführung, darunter auch eines für Stimme und Orchester. 2002 schrieb er eine Auftragsarbeit für die Donaueschinger Musiktage. Mehrfach arbeitete er mit dem Bild- und Computerkünstler Golan Levin für das Linzer Ars Electronica Festival. Seine Musik sowie Sammlungen seiner Lautpoesie sind auf zahlreichen CDs internationaler Labels erschienen, und seine visuellen Arbeiten wurden ausgestellt und in verschiedenen Büchern veröffentlicht.