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Burkhard Stangl

* 1960 in Eggenburg; lebt in Wien

Installation, Kuratierung, Organisation

Burkhard Stangl ist Komponist, Gitarrist und Improvisator im Feld der experimentellen, elektronischen und neuen Musik. Schon früh erhielt er Klavierunterricht, wechselte aber mit 12 Jahren zur Konzertgitarre. Wiewohl er seine Begeisterung für die klassische Gitarrenliteratur bei seinem Lehrer Richard Labschütz am Wiener Prayner Konservatorium vertiefen konnte, wurde die elektrische Gitarre zu seinem Hauptinstrument und es kam zur Gründung erster Bands. Parallel zu seinen musikalischen Aktivitäten studierte er Ethnologie und Musikwissenschaft an der Universität Wien und promovierte mit einer Arbeit zur Wirkungsgeschichte des Phonographen. Angeregt u. a. von seinen Lehrmeistern Franz Koglmann (Improvisation, Jazzkomposition) und Anestis Logothetis (musikalische Grafik, Elektronik) sowie Gruppen wie TonArt oder Die Vögel Europas entschloss er sich, Musik zu seinem Beruf zu machen. Er veröffentlichte bislang über 100 Tonträger, darunter Ereignislose Musik (Kompositionen, 1996), Récital (Gitarre solo, 1997), Venusmond (Oper ohne Ort, 2000/2004), Hommage à moi (Kompositionen, 2011), Unfinished. For William Turner, painter (Gitarre solo, 2013) und ZWÖLF (E-Gitarre solo, LP 2018). Er arbeitete u. a. mit den Gruppen Polwechsel und efzeg und kooperiert musikalisch v. a. in Duobesetzungen, u. a. mit Angélica Castelló (Chesterfield), Christof Kurzmann (Schnee), Kai Fagaschinski (Musik. Ein Porträt in Sehnsucht), dieb13 (EH), mit den japanischen Kollegen Taku Sugimoto (An Oldfashioned Duett) und Taku Unami (I Was) sowie im multimedialen Kontext mit Künstler*innen wie Gustav Deutsch, Billy Roisz, Joanna John oder Mario de Vega. Stangls Vertonung des 1925 entstandenen legendären Stummfilms von G. W. Pabst Die freudlose Gasse mit einer Dauer von 142 Minuten ist 2008 als DVD des Filmarchiv Austria erschienen. Er veröffentlichte auch mehrere Bücher, darunter: Klangnetze. Die Wirklichkeit mit den Ohren erfinden (Co-Hg., 2000), Ethnologie im Ohr (2000), Hommage à moi (2011). Er leitete gemeinsam mit Hans Schneider jahrelang das österreichische Musikvermittlungsprojekt Klangnetze. Seit 2004 ist er Lehrbeauftragter für Improvisation und neue Musikströmungen an der mdw − Universität für Musik und darstellende Kunst Wien.

stangl.klingt.org