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Jakob Scheid

* 1966 in Wien; lebt in Wien

Instrumentenbau, Kuratierung

Jakob Scheid ist Mitbegründer des Ateliers für experimentelles Design Produktgestaltung im Wiener WUK, ehemaliger freier Mitarbeiter von Coop Himmelblau und unterrichtet seit 2002 Metallgestaltung an der Universität für angewandte Kunst Wien. Jakob Scheid ist Gründungsmitglied des sirene Operntheaters, für das er seit 1998 zahlreiche Bühnenbilder schuf.

Der Fokus seines künstlerischen Schaffens liegt auf kinetischer Kunst in Verbindung mit Klang. Zu seinen bekanntesten Werken zählen Musikmaschinen und Klanginstallationen, wie etwa die Installation Fünf Monochorde, ein Schwarm von selbstspielenden, interagierenden Geigenmaschinen, die zuletzt in Brüssel und Gent bei einem Werk von Clemens Gadenstätter mitwirkten, oder eine begehbare «Raumorgel», die er 1997 im Rahmen des Projekts Schönberg auf der Baustelle konstruierte und damit mehrere Räume des Arnold Schönberg Center Wien füllte.

Viele Arbeiten Scheids entstanden in Kooperation mit anderen Künstler*innen, Musiker*innen und Institutionen aus den Bereichen Kunstwissenschaft, Musik und Theater. 2004 gestaltete er zum Beispiel ein «präpariertes Klavier» als Hommage an Nam June Paik für eine Performance von Olga Neuwirth und Marino Formenti. In Zusammenarbeit mit dem Institut für Kulturwissenschaft der Universität für angewandte Kunst rekonstruierte er 2002 die Sprechmaschine und den Schachautomaten von Wolfgang von Kempelen (1734−1804), 2014 schuf er im Auftrag der Universität Wien und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften ein Remake des «mechanischen Trompeters» von Johann Nepomuk Mälzel (1772−1838).

In den letzten Jahren konstruierte Jakob Scheid mehrere selbstspielende Cembali und eine Trompetenmaschine für Produktionen des Wiener Burgtheaters und der Staatsoper Hamburg.