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Giacinto Scelsi

* 1905 in La Spezia (Italien); † 1988 in Rom

Komposition

Giacinto Scelsi studierte privat Harmonielehre und Komposition in Rom, wurde von Ottorino Respighi und Alfredo Casella beeinflusst und durch Walther Klein in Wien u. a. mit der Dodekaphonie vertraut gemacht. In Genf erhielt er Einblicke in Alexander Skrjabins Schaffen. 1931 wurde in Paris seine symphonische Dichtung Rotativa (1930) uraufgeführt, 1937 veranstaltete er in Rom Konzerte zeitgenössischer Musik und ließ sich dort, nach Jahren des Reisens und persönlichen Krisenerfahrungen, die zu einer intensiven Auseinandersetzung mit fernöstlicher Philosophie und Esoterik führten, Anfang der 1950er-Jahre dauerhaft nieder.

Hatte er in den frühen Jahren v. a. zahlreiche Kompositionen für Klavier geschaffen, verabschiedete er sich in den kommenden Jahren von der fast ausschließlichen Auseinandersetzung mit diesem Instrument, arbeitete jedoch weiterhin an Kompositionen, schrieb Lyrik, Prosa und autobiografische Texte in italienischer und französischer Sprache und verkehrte mit einer Reihe wichtiger Künstler. Seine musikalischen Ideen, die oft die Grenzen zu anderen Kunstformen überstiegen, fixierte er auf Tonband und ließ sie von anderen Komponisten transkribieren und ausarbeiten. Erst in den 1980er-Jahren wurde seine Musik auch von einer breiteren Öffentlichkeit stärker wahrgenommen.

Erklärungen über seiner Arbeit verweigerte sich Scelsi, der sich selbst nie als Komponist bezeichnete, mit Worten wie «Musik bedarf tatsächlich keiner Erklärung: weder durch Bilder noch durch irgendwelche Zahlen. Ich bin der Meinung, dass pure technische Erklärungen oder Beschreibungen für ein Publikum sehr langweilig sind.»
 

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