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Heiner Goebbels: A House of Call

HEINER GOEBBELS
A HOUSE OF CALL

Foto: 

Konzert, Musiktheater/Performance

HEINER GOEBBELS: A HOUSE OF CALL

Programm

  • Heiner GoebbelsA House of Call. My Imaginary Notebook (2020 EA) - 110'
    I Stein Schere Papier II Grain de la Voix III Wax and Violence Toccata IV When Words Gone Kompositionsauftrag Ensemble Modern, Berliner Festspiele/Musikfest Berlin, Kölner Philharmonie, beuys2021, Elbphilharmonie Hamburg, musica viva/Bayerischer Rundfunk, Wien Modern und Casa da Música

Mitwirkende

A House of Call. My Imaginary Notebook ist ein vierteiliger Liederabend für Orchester mit abwesenden, aufgezeichneten Stimmen, auf die das Ensemble Modern Orchestra in 15 Sätzen immer wieder anders reagiert. Heiner Goebbels hat Sprachaufnahmen von 1906 bis 2017 in seinem imaginären Notizbuch zusammengetragen. Der wegweisende Komponist und Theatermacher stellt Klang, Stimmung, Dramatik und Tragik dieser Vielfalt menschlicher Stimmen in den Mittelpunkt seines großen Bühnenwerks. Im geheimnisvollen Grenzgebiet von Narration, Rhythmus und Klang entfaltet Heiner Goebbels eine sehr subjektive Weltkarte der Menschheit. In Formen wie Call and Response, Sprechakt, Reim, Klage und Beschwörung macht er mit sicherem Gespür die Inhalte erahnbar – beispielsweise bei Aufnahmen von Nachfahren der Nama und Herero, die in einem der ersten Genozide des 20. Jahrhunderts durch deutsche Soldaten nahezu ausgelöscht wurden. Als langjährige Partner mit viel Geduld für Experiment und Entwicklung setzen Heiner Goebbels und das Frankfurter Ensemble Modern Orchestra feinfühlige gestalterische Eingriffe in Licht, Ton, Raum und Bewegung und machen A House of Call zu einem der ungewöhnlichsten Orchesterprojekte der letzten Jahre. Bei Wien Modern ist die von Publikum und Kritik gefeierte Produktion am 19.11. im Volkstheater zu erleben.

«‹a prolonged visit to a house of call› – die Zeile findet sich bei James Joyce in Finnegans Wake, auf Seite 41, unweit des onomatopoetischen roaratorio, das dem Hörstück von John Cage den Namen geben sollte. Ein Hörstück, das mich nachhaltig geprägt hat, weil sich John Cage inmitten eines Stroms vieler Stimmen, Mesostichon für Mesostichon, durch die 628 Seiten des Romans liest – wie ein ‹gesungenes Schreiben der Sprache›. So hat Roland Barthes die Rauheit (Körnung) der Stimme beschrieben, und diese Rauheit – le grain de la voix – macht das Gemeinsame der Stimmen aus, die sich in meinem imaginären Notizbuch eingefunden haben.» (Heiner Goebbels)

«Das hat Dimensionen einer Symphonie von Gustav Mahler. Mit dem hat Goebbels nicht nur die Lust an der Vermischung von Stilen gemeinsam, sondern auch den Sinn für Dramaturgie. [...] Das neue Stück [...] zeigt hier eine politische Seite, die zum Phänomen Stimme gehört, wie Goebbels es in seinem enzyklopädischen Ansatz behandelt.» (Clemens Haustein, FAZ)

«Goebbels reifstes und vollständigstes Meisterwerk» (Reinhard Brembeck, Süddeutsche Zeitung)

Produktion Wien Modern
Koproduktion Volkstheater