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Rupert Huber

* 1953 in Braunau; lebt in Hofstatt (Österreich)

Komposition, Musikalische Leitung

Für den Komponisten, Dirigenten und Performancekünstler Rupert Huber sind spezifische persönlichen Erfahrungen lebenswichtig. Dazu gehört das Erleben des Verbunden-Seins, mit der wir geboren werden und das mit den ersten Atemzügen des jungen Lebens unterbrochen wird. Das Neugeborene ist plötzlich abgeschnitten und erlebt das als einen schrecklichen, unerträglichen Zustand. Schreien und Weinen bewirken jedoch, dass die mütterliche Brust gegeben wird, wodurch die ursprüngliche Erfahrung des Verbunden-Seins auf magische Weise wieder hergestellt wird. Dies hält aber nicht für lange Zeit an. Fortan bewirken manche Tätigkeiten wie Essen oder Singen und viele andere mehr in unterschiedlicher Weise die immer wieder aufgenommene Verbundenheit der Person mit der Welt. Seit vielen Jahren macht Rupert Huber Musik, die das Erleben des lebensfeindlichen Abgeschnitten-Seins aufhebt. Er spricht der Musik die Funktion eines Modems zu, also eines Mediums, dass verschiedene, voneinander abgetrennte Wirklichkeiten so verbindet, dass ein Austausch zwischen ihnen stattfinden kann. Er hat deswegen manchen Werken verschiedener Komponisten erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt, wie Robert Schumann aus dem 19. Jahrhundert oder Iani Christou, John Cage, Morton Feldman, Robert Moran oder jüngst Christian Wolff aus dem 20. bzw. 21. Jahrhundert. Manchen vokalen Werken dieser Komponisten kommt, was ihre Modem-Fähigkeit angeht, eine erhöhte Bedeutung zu. Einschneidende Erfahrungen machte er mit den Heilgesängen der Schamanen der Bantawa-Rai in Ost-Nepal, deren Ritualmusik an vitalisierender Wirkung kaum zu übertreffen ist.

www.rupert-huber.net