zum Inhalt springenzur Navigation

James Tenney

* 1934 in Silver City (New Mexico); † 2006 in Valencia (Kalifornien)

Komposition

James Tenney wuchs in Arizona und Colorado auf. Er studierte zunächst Ingenieurswissenschaften an der University of Denver, ehe er sich der Musik zuwandte. An der Juilliard School New York studierte er Klavier bei Eduard Steuermann und nahm Kompositionsunterricht u. a. bei Edgard Varèse, Carl Ruggles, Harry Partch und John Cage. Daneben studierte er Akustik, Informationstheorie und elektroakustische Musik bei Lejaren Hiller an der University of Illinios. James Tenney war ein Pionier auf dem Gebiet der elektronischen und der Computermusik und arbeitete in den frühen 1960er-Jahren in den Bell Telephone Laboratories an der Entwicklung von Programmen zur computergesteuerten Klangsynthese und Komposition. In diesen Jahren pflegte er einen engen Kontakt zur New Yorker Avantgarde (John Cage, Morton Feldman, Earle Brown) und war Mitbegründer und von 1963 bis 1970 Leiter des Tone Roads Chamber Ensemble in New York, mit dem er u. a. auch mit Philipp Glass und Steve Reich zusammenarbeitete. James Tenney komponierte sowohl für Instrumente wie auch für elektronische Klangerzeuger, häufig unter Verwendung alternativer Stimmungssysteme. In Meta/Hodos (1961) entwickelte er eine auf Gestalttheorie und Kognitionswissenschaft beruhende Methode der musikalischen Analyse. Mit seinen umfassenden musikalischen Forschungsarbeiten vor allem auf dem Gebiet der mikrotonalen Harmonik und Akustik wurde er zu einem der wichtigsten und einflussreichsten Komponisten und Lehrer seiner Generation. Von 1993 bis 1994 war er Gast des DAAD und lebte während dieser Zeit in Berlin. Zuletzt war er Professor an der York University in Toronto.