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François Bayle

* 1932 in Toamasina (Madagaskar)

Komposition

François Bayle, der sich selbst einen «leidenschaftlichen Bewunderer von Jules Verne, Paul Klee, Gaston Bachelard, René Thom» nennt, wurde früh von Pierre Schaeffer beeinflusst und beschäftigte sich von Beginn an mit der Entwicklung der elektroakustischen Musik und der «akusmatischen Welt». 1958 stieß er zur Groupe de recherches musicales (GRM), 1959 bis 1962 studierte er bei Olivier Messiaen und Karlheinz Stockhausen im Rahmen der Darmstädter Internationalen Ferienkurse für Neue Musik. 1966 wurde er Direktor der GRM und trug entscheidend zu deren Eingliederung in das französische Institut national de l’audiovisuel (INA) bei (INA-GRM).

Mit dem von ihm entwickelten Lautsprecherorchester «Acousmonium» gelang ihm die Entwicklung akustisch ausdifferenzierter, klanglich und optisch unterschiedlicher Typen von Lautsprechern in räumlicher Aufstellung; es folgten verschiedene weitere Technologien (Syter, GRM-Tools, Acousmograph), die er entscheidend mit entwickelte. 1992 gründete er die Akusmathek, dank der über 2.000 Kompositionen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Seit 1997 widmet er sich vorwiegend seinem eigenen Studio Magison, bei dem in der Folge auch die meisten seiner Werke erschienen sind. Daneben veranstaltete er zahlreiche Konzerte, gestaltete regelmäßige Radiosendungen und veröffentlichte eine Reihe von Publikationen.

Zu seinen Kompositionen, deren Titel für Bayle wesentliche Teile des Werkes darstellen, zählen u. a. Espaces Inhabitables (1966), Jeîta Ou Murmure Des Eaux (1970), L’Expérience Acoustique (1970−1973), Divine Comedie (nach Dante, 1972), Tremblement De Terre Très Doux (1978), Théâtre D’Ombres (1988), Fabulæ (1990−992), La Forme De L’Esprit Est Un Papillon (2002–2004), Rien n'est réel (2010) und Figures sans origine (2015).

Zu seinen Preisen zählen u. a. der Grand Prix des Compositeurs SACEM (1978), der Grand Prix National du disque (1981) und der Prix Ars Electronica (1989). 1986 wurde er zum Commandeur des Arts et Lettres, 1991 zum Chevalier de la Légion d’Honneur und 1997 zum Officier dans l’Ordre National du Mérite ernannt. 2006 erhielt François Bayle die Ehrendoktorwürde des musikwissenschaftlichen Instituts an der Philosophischen Fakultät der Universität zu Köln.

www.francoisbayle.fr

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