Friedrich Cerha
Konzert
ABSCHLUSSKONZERT
FRIEDRICH CERHA: SPIEGEL
Programm
- Friedrich Cerha: Spiegel I–VII (1960–1961) - 90'
Mitwirkende
- Symphonieorchester Oberschützen der Kunstuniversität Graz
- Orchester der Joseph Haydn Privathochschule Burgenland
- Johannes Kalitzke: Leitung
Es ist einer der großen utopischen Momente einer Zeit, in der zeitgenössische Musik als Avantgarde verstanden wurde: Friedrich Cerhas Zyklus Spiegel entstand um 1960, ungefähr zeitgleich mit Elias Canettis Masse und Macht, Alfred Hitchcocks Psycho oder Jean-Luc Godards Außer Atem. Ein Orchesterwerk in Spielfilmlänge, das teilweise klingt wie elektronische Musik, das mit neuen Farben und Intensitäten arbeitet und konventionelle Erwartungen – etwa an Themen, Harmonien oder Rhythmen – mit frischem Mut zur Abstraktion komplett über den Haufen wirft. Dabei sind die Spiegel keine abstrakte Kunst; Cerha schrieb sie als Musik des Unterbewusstseins, wob persönliche Kriegserlebnisse ein, das «grenzenlose Glücksgefühl von Freiheit» als Deserteur in den Tiroler Bergen, Weltentstehungs- und Endzeitvisionen. Mit dieser ersten Gesamtaufführung im Musikverein feiert Wien Modern zum Festivalabschluss Cerhas 100. Geburtstag – mit einer Challenge für zahlreiche junge Musiker:innen der Kunstuniversität Graz und der Joseph Haydn Privathochschule Burgenland unter Leitung von Johannes Kalitzke.
Produktion Joseph Haydn Privathochschule Burgenland, Kunstuniversität Graz und Wien Modern
