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Meredith Monk

Komposition

* 1942 in New York City; lebt in New York City

Meredith Monk ist Komponistin, Sängerin, Regisseurin/Choreografin und Schöpferin neuer Opern, Musiktheaterwerke, Filme und Installationen. Sie gilt als eine der einflussreichsten Künstler:innen unserer Zeit und ist eine Pionierin der sogenannten «erweiterten Gesangstechnik» und der «interdisziplinären Performance». Monk schafft Werke, die an der Schnittstelle von Musik und Bewegung, Bild und Objekt, Licht und Klang gedeihen und dabei neue Wahrnehmungsweisen entdecken und miteinander verweben. 1964 zog sie nach New York City und begann, Werke in Galerien, Kirchen und vor allem in unkonventionellen Aufführungsorten zu schaffen. 1968 gründete sie The House, eine Gruppe, die sich einem interdisziplinären Ansatz in der Performance widmete. Als Pionierin ortsspezifischer Arbeiten war sie die erste Künstlerin, die ein Stück in der Rotunde des Solomon R. Guggenheim Museums schuf (Juice, 1969); später rekonstruierte sie Teile des Werks für ein neues Stück (Ascension Variations, 2009). Zu ihren weiteren ortsspezifischen Werken zählen American Archeology #1: Roosevelt Island (1994) und Songs of Ascension (2008) für den Turm der bildenden Künstlerin Ann Hamilton. Als Filmemacherin hat Monk mehrere preisgekrönte Filme geschaffen, darunter Ellis Island (1981) und ihren ersten Spielfilm Book of Days (1988), die weltweit auf zahlreichen Filmfestivals und im PBS gezeigt wurden. Die restaurierte Fassung ihres bahnbrechenden Werks Quarry: an opera in three movements (1976) ist nun als Stream verfügbar. Ihre Filme, Installationen und Zeichnungen wurden in Museen und Galerien gezeigt, darunter bei Exit Art, in der Frederieke Taylor Gallery, auf zwei Whitney-Biennalen sowie im Walker Art Center. Monks Kurzfilme und mehrere ihrer Zeichnungen sind zudem in der Sammlung des MoMA vertreten.
Im Jahr 1965 begann Monk ihre bahnbrechende Erforschung der Stimme als facettenreiches Instrument und komponierte Solostücke für unbegleitete Stimme sowie für Stimme und Tasteninstrument. 1978 gründete sie das Meredith Monk & Vocal Ensemble, um ihre musikalischen Texturen und Formen zu erweitern. Seit 1981 nimmt sie beim Label ECM New Series auf und wurde kürzlich anlässlich ihres 80. Geburtstags mit einem 13-CD-Boxset ihrer Werke, Meredith Monk: The Recordings, geehrt, das auch das 2008 für den Grammy nominierte Album impermanence enthält. Ausgewählte Partituren ihrer Werke sind bei Boosey & Hawkes erhältlich. Neben ihren zahlreichen Vokalstücken, Musiktheaterwerken und Opern hat Monk ein bedeutendes neues Repertoire für Orchester, Kammerensembles und Soloinstrumente geschaffen, unter anderem im Auftrag der Carnegie Hall, von Michael Tilson Thomas/San Francisco Symphony und New World Symphony, des Kronos Quartetts, des Saint Louis Symphony Orchestra und des Los Angeles Master Chorale. Im Jahr 2019 wurde eine Neuproduktion ihres Werks ATLAS: an opera in three parts (1991) unter der Regie von Yuval Sharon vom Los Angeles Philharmonic aufgeführt. Ihre Musik ist zudem in Filmen von Regisseuren wie Terrence Malick, Jean-Luc Godard, David Byrne und den Coen-Brüdern zu hören.
Zu Monks zahlreichen Auszeichnungen und Ehrungen zählen das renommierte MacArthur-Stipendium, zwei Guggenheim-Stipendien, drei «Obies» (darunter eine Auszeichnung für ihr Lebenswerk) sowie zwei «Bessie»-Preise für ihr kreatives Lebenswerk. In jüngerer Zeit wurde siw vom National Public Radio zu einer der 50 Great Voices gekürt, von Musical America zur Komponistin des Jahres 2012 ernannt und von der Französischen Republik zum Offizier des Ordens für Kunst und Literatur ernannt, es folgten die Aufnahme in die American Academy of Arts and Letters (2019), der Dorothy- und Lillian-Gish-Preis 2017 sowie die National Medal of Arts 2015 aus den Händen von US-Präsident Barack Obama. Außerdem erhielt sie 2020 den John-Cage-Preis, 2012 den Doris-Duke-Künstlerpreis, 2011 den Yoko-Ono-Lennon-Mutpreis für die Künste und 2006 den erstmals verliehenen USA-Prudential-Fellow-Preis. Sie ist Ehrendoktorin der Künste des Bard College, des Boston Conservatory, der Concordia University, des Cornish College of the Arts, der Juilliard School, des Lafayette College, des Mount Holyoke College, des San Francisco Art Institute, der University of the Arts und der University of Hartford. Anlässlich ihrer 50. Saison als Komponistin und Performerin wurde ihr 2014/2015 der Richard-und-Barbara-Debs-Komponist:innenlehrstuhl an der Carnegie Hall zugesprochen. 
Zu den Höhepunkten ihrer Auftritte zählt ihr Vocal Offering für den Dalai Lama im Rahmen des World Festival of Sacred Music in Los Angeles 1999. Mehrere Marathon-Aufführungen ihrer Werke fanden in New York im World Financial Center (1991), beim Lincoln Center Music Festival (2000), in der Zankel Hall der Carnegie Hall (2005 und 2015), im Symphony Space (2008) und im Whitney Museum (2009) statt. 2012 erschien MONK MIX, eine CD mit Remixen und Interpretationen von 25 Künstler:innen aus den Bereichen Jazz, Pop, DJ-Musik und neue Musik. Ihr sind außerdem zwei Interviewbände gewidmet: Conversations with Meredith Monk von der Kunstkritikerin und Herausgeberin des Performing Arts Journal, Bonnie Marranca, sowie Une voix mystique des französischen Autors Jean-Louis Tallon; außerdem erschien die von Deborah Jowitt herausgegebene Anthologie Meredith Monk.
Im Juni 2023 brachte sie ihr neuestes Werk Indra’s Net beim Holland Festival zur Uraufführung – den dritten Teil einer Trilogie, die unsere Beziehung zur Natur erforscht und an die hochgelobten Werke On Behalf of Nature (2013) und Cellular Songs (2018) anknüpft. 2023/2024 wurde Meredith Monk: Calling, ihre erste europäische Retrospektive, in Zusammenarbeit mit der Oude Kerk Amsterdam, der Hartwig Art Foundation und dem Haus der Kunst in München präsentiert; dazu erschien ein 400-seitiger Begleitkatalog. 2025 feierte sie ihre 60. Konzertsaison mit einer Vielzahl von Veranstaltungen in New York City sowie international.
 

www.meredithmonk.org

Version 2026

Werke & Mitwirkungen

2026
  • REIHE ZYKAN+ | ÖKOSYSTEME

    Dolmen Music(1980–81) (KomponistIn)
    23.11.2026 20:00, MuTh – Konzertsaal der Wiener Sängerknaben
    24.11.2026 10:00, MuTh – Konzertsaal der Wiener Sängerknaben