Lillevan
(er/ihm) Interaktives Live-Video
* 1965 in Schweden; lebt in Berlin
Lillevan ist als Medienkünstler in ganz Europa, Asien, Nord- und Südamerika tätig. Er arbeitet mit Komponist:innen, Musiker:innen, Choreograph:innen und anderen Künstler:innen zusammen und erstellt auf der Grundlage von vorgefundenem Bildmaterial, eigenen Aufnahmen und handgezeichneten Bildern Filme, die mit der Musik in Wechselwirkung treten. Projekte von Lillevan waren auf der documenta Kassel zu sehen, bei der Transmediale Berlin, Zagreber Biennale, Carnegie Hall, Mutek Montreal, Wien Modern, BOZAR Bruxelles, Philharmonie Los Angeles, Philharmonie Luxembourg, Dutch Electronic Art Festival, Unsound Festival Krakau, New York Lincoln Centre, Centre Pompidou, Tokyo Concert Hall, sowie in Kollaborationen mit Morton Subotnick, Olga Neuwirth, Fennesz, Vladislav Delay, Zeitkratzer, Thomas Bauer, Ensemble Modern, musikFabrik Köln u. a. Lillevan ist Erfinder des 21st Century Expanded Cinema und Gründer des Berliner Projekts Rechenzentrum, außerdem Mitbegründer des ClubTransmediale Berlin. 2011–2013 war er künstlerischer Leiter der Gletscher Musik (Zentral Asien) und seit 2014 wirkt er als künstlerischer Leiter der
Sinfonía Trópico (Kolumbien).
Für Lillevan vollzieht sich ein künstlerischer Arbeitsprozess in der Gordard’schen Suche nach Beziehungen von Bildern, Tönen und Texturen. Er versteht seine Collagen als eine mehrlagige Inszenierung, in der die Betrachter:innen ihren individuellen Fokus auf je ein anderes Detail richten können. In einem Umfeld, in dem Bildern den Vorgaben traditioneller Montage entfliehen können und in dem neue und unerwartete Beziehungen zwischen nicht verwandten Bildern geschaffen werden, bleibt die menschliche Wahrnehmung das entscheidende interaktive Element bei Live-Video. Nach dem Studium von Politikwissenschaften, Film und Filmtheorie untersucht er vor allem die nicht erzählenden Facetten des Films. Das hat ihn zu abstrakten Werken geführt, aber auch zur Erforschung der Filmgeschichte in Collagen und vielem mehr. Der Schwerpunkt liegt oft auf der Musikalität der Bilder, sodass die Bildebene als ein eigenes Instrument gesehen wird. Die Beziehungen zwischen den Elementen der Bilder und dem sie betrachtenden Auge, zwischen Auge, Geist und Seele werden erforscht.
Version 2026
frühere Version(en): 2022
