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Gustav Mahler

Komposition

* 1860 in Kalischt (Böhmen); † 1911 in Wien

Nach dem Debüt als zehnjähriger Pianist am Iglauer Theater kam Gustav Mahler 1875 für Studien u. a. in Klavier und Komposition an das Wiener Konservatorium und besuchte nach dem Abitur 1877 auch diverse Lehrveranstaltungen der Universität Wien. 1880 begann in Bad Hall seine Kapellmeisterkarriere, die ihn zunächst an diverse kleine Theater und ab 1885 nach Prag, Leipzig, Budapest und Hamburg führte. Es entstanden die Lieder eines fahrenden Gesellen (1884/1885), die ersten Wunderhorn-Lieder (1888) sowie die 1. Symphonie. Lied und Symphonik werden zu den sich gegenseitig beeinflussenden Gattungsschwerpunkten in Mahlers Schaffen, was sich besonders in den Symphonien Nr. 2–4 (1888–1901) der «Wunderhorn-Welt» und in der Vokalsymphonik der 8. Symphonie (1906) und des Lied von der Erde (1908/1909) zeigt. 1897 wird er zum Kapellmeister und bald darauf zum Direktor der Wiener Hofoper ernannt, wo er in den folgenden Jahren weitreichende Reformen durchsetzt. Im folgenden Jahr wird er zudem Chefdirigent der Wiener Philharmoniker. Aufgrund der enormen Arbeitsbelastung verlegt Mahler das Komponieren von nun an weitgehend in die Sommermonate, die er fernab Wiens in der Natur verbringt. Wiederholt werden antisemitische Töne gegen den 1897 zum Katholizismus konvertierten Juden laut. 1907 löst er seinen Vertrag in Wien auf und geht an die Metropolitan Opera in New York, kehrte jedoch in freien Monaten wiederholt nach Europa zurück. 1910 kommt es zur Ehekrise mit seiner Frau Alma, bevor er 1911 mit einer letztlich tödlichen Infektion des Herzens nach Wien zurückkehrt. Für die Wiener Schule wurde Mahler bereits zu Lebzeiten zu einer Vaterfigur, sodass Schönberg, der ihm auch seine Harmonielehrte «weihte», 1912 inder Prager rede ausrief: «Gustav Mahler war ein Heiliger!» Eine zweite Aktualität der
Musik Mahlers ergab sich seit den 1960er und 1970er Jahren, da der zuweilen groteske Ton und die Formgrimassen in dessen Werken Anknüpfungspunkte für die pluralistische Avantgarde und die Postmoderne boten. In Luciano Berios Sinfonia (1968–1969) beispielsweise finden sich Zitatcollagen, die auf Mahlers 2. Symphonie zurückgehen, und in jüngerer Zeit hat Olga Neuwirth in ihrem Orchesterwerk Masaot/Clocks Without Hands (2013) eine Auseinandersetzung mit dem Mahler gelegentlich vorgeworfenen musikalischen Eklektizismus unternommen.

Version 2026

Werke & Mitwirkungen

2026
  • HASSELHORN / STERNATH

    Kindertotenlieder (Klavierfassung)(1901–1904)- 24' (KomponistIn)
    01.11.2026 19:30, Musikverein, Brahms-Saal

2016
1995