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Birgit Minichmayr

Birgit Minichmayr

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Konzert, Literatur, Lesung

BESSER WIRD'S NICHT
HADER / MINICHMAYR

Programm

Mitwirkende

Belonging: Die Zugehörigkeit. Be longing: Sei sehnsüchtig. Hier das Verlangen nach Abgeschiedenheit. Da: Das zunehmende Gefühl der Isolation. Das Verlangen einer Frau, die über sich selbst befindet: «Nicht mehr zum Verzehr geeignet. » Gratwanderungen zwischen Eros und Tod, Underground und Unterwelt, Alltag und erinnerten Beklemmungen eines Kindes in der «heilpägogischen» Abteilung des Dr. Hans Asperger. Wie kaum ein anderer Text von Elfriede Jelinek in den letzten Jahren ist Be Longing (Geh, Dichterin!) ein Abschiedsmonolog. Eine weitere Selbstbefragung und Klage nach dem Tod ihres Mannes Gottfried Hüngsberg, verfasst als schmerzlich-melancholische Rückschau, die sich aber letzte Witze in allerletzten Liedzeilen nicht nehmen lässt. In ihrer Welt, in der sich Kontrolleure und Kondoleure sehr verwechselbar vermischen, bleibt Jelinek doch immer noch große, elegante, oft auch spöttische Vampirin. (Claus Philipp)

Warum, verhaßtes Leben, hältst du mich hier noch fest, ich brech dir gleich die Finger? Also bitte! Sie sind es doch, die sich an mich klammert!, antwortet mürrisch das Leben. Die Brösel der Schnitzelsemmel, die es grad vertilgt, sprühen ihm vom Kinn, so muß es über sich selber lachen. Jetzt habe ich es beleidigt, das Leben. Feste Nahrung werden für die, die uns nährten? Na, sicher nicht! Wasser für die, die brennen und gelöscht werden wollen von ihrem Begehren? Na, sicher nicht! (Elfriede Jelinek: Be Longing (Geh, Dichterin!), 2026. Der vollständige Text ist zu lesen unter https://www.elfriedejelinek.com/be-longing)

Produktion Musikverein und Wien Modern
Im Rahmen der Musikverein Perspektiven: Elfriede Jelinek, kuratiert von Bernhard Günther, Stephan Pauly und Claus Philipp