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Cipriano de Rore

Komposition

* 1515/1516 in Ronse (Belgien); † 1565 in Parma

Cipriano de Rore zählt zu den bedeutendsten Komponisten der Renaissance. Rore, der im franko-flämischen Stil seiner Zeit komponierte, arbeitete vor allem in Italien, wo er u. a. als Maestro di Cappella von Ercole II. d’Este, Herzog von Ferrara, und später – nach Aufenthalten in den Niederlanden – vor allem in Parma tätig war, wo er auch starb. Kurze Zeit arbeitete er auch als Nachfolger von Adrian Willaert als Maestro di Cappella im Markusdom in Venedig. Sein Werk markiert eine wichtige historische Schnittstelle zwischen Tradition und Erneuerung und machte ihn zu einem wesentlichen Wegbegleiter neuer Musikformen und -traditionen. Cipriano de Rore schrieb über 100 Madrigale, die ihn rasch zu einem anerkannten Meister seines Fachs werden ließen. Von den sieben Madrigalbüchern, die zu seinen Lebzeiten erschienen, sind heute nur noch zwei Teile erhalten. Die erhaltenen Werke verweisen deutlich auf Rores venezianischen Einfluss, aber auch auf seine Vorliebe für Sonette und Francesco Petrarca, dessen Dichtungen de Rores Vorliebe für dunkle, oft verstörende Themen entsprachen. Eines seiner fröhlicheren Werke, das vierstimmige Anchor che col partire, avancierte zu einer seiner bekanntesten, vielfach bearbeiteten Kompositionen. Sein Spätwerk unterscheidet sich stark von den Arbeiten vor 1557, mit einer melodischeren Sprache und dem Einsatz einer reicheren harmonischen Palette. Seine Messen gehen vielfach auf Vorlagen von Josquin Desprez zurück, seine letzte Messe, Doulce mémoire, wurde 1564 aufgeführt und lässt wie auch andere späte Werke deutlich eine Entwicklung zu größerer polyphoner Transparenz erkennen. Cipriano de Rore, der auch den Beinamen «Cypriano divino» trug, wurde aufgrund seiner stilistischen Vielseitigkeit sowohl von konservativen wie auch progressiven Komponisten hoch geschätzt, darunter Giovanni Maria Artusi, der seine Kompositionen als Musterbeispiele für den traditionellen Kontrapunkt bezeichnete, aber auch die Brüder Claudio und Giulio Cesare Monteverdi, die in ihm den «primo rinnovatore» der «Seconda pratica» sahen. Nur zwei erhaltene Sammlungen sind ausschließlich seinem Werk gewidmet, andere Werke findet man in Anthologien an der Seite weiterer Komponisten seiner Zeit. Komponisten späterer Generationen, wie etwa Orlando di Lasso, Giaches de Wert und Luca Marenzio, gelten heute als Schüler des einflussreichen und hochgeschätzten Komponisten und Musikerneuerers.
 

Version 2023

Werke & Mitwirkungen

2023