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Tom Johnson

* 1939 in Greeley, Colorado; lebt in Paris

Komposition

Tom Johnson studierte Komposition an der Yale Universität, u. a. bei Elliott Carter, und später privat bei Morton Feldman. Nach 15 Jahren in New York übersiedelte er nach Paris, wo er seit 1983 wohnt. In seiner Musik verwendet Tom Johnson gerne mathematische Formeln, Aufzählungen und Zahlenspiele. Bekannteste Beispiele dafür sind die Vierton-Oper (1988), die Riemann-Oper (nach dem Musiklexikon, 1988) und The Chord Catalogue (1986), in dem alle 8.178 Akkorde notiert sind, die auf einem Tasteninstrument innerhalb einer Oktave gespielt werden können. Da er zumeist mit einfachen Formen, kleinen Tonlagen und begrenztem Material arbeitet, wird Tom Johnson gerne als Minimalist bezeichnet, in seiner eigenen Definition weist er jedoch auf seine streng mathematischen Vorgangsweisen hin, die ihn aufgrund der voraussehbaren Reihen und festgelegten Permutationen von den Minimalisten unterscheide. Das größte Werk Tom Johnsons, das Bonhoeffer Oratorium, ein zweistündiges Werk auf Deutsch für Orchester, Chor und Solist*innen mit Texten des Theologen Dietrich Bonhoeffer, hatte seine Uraufführung 1996 in Maastricht und wurde danach auch in Berlin und New York aufgeführt.