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Edgard Varèse

* 1883 in Paris; † 1965 in New York

Komposition

Edgar(d) Victor Achille Charles Varèse studierte von 1903 bis 1907 Komposition und Klavier bei Vincent d’Indy an der Schola Cantorum und bei Charles Widor am Pariser Conservatoire. Danach übersiedelte er nach Berlin, wo er bis 1913 blieb und in engem Kontakt mit Richard Strauss und Ferruccio Busoni war.

Seine in dieser Zeit entstandenen Kompositionen gingen fast ausnahmslos bei einem Brand verloren, erhalten blieben nur ein Lied sowie die 1908 entstandene Partitur des Orchesterwerks Bourgogne, die er später selbst verbrannte. 1914 kehrte er nach Paris zurück und emigrierte Ende 1915 in die USA.

In New York City etablierte er sich als Dirigent, gründete ein Orchester und gemeinsam mit Carlos Salzedo die International Composers’ Guild als Plattform für die Aufführung zeitgenössischer Musik. Sein überliefertes Œuvre beginnt 1921 mit dem Stück Amériques für großes Orchester. Die von ihm entwickelte neue Klangwelt war geprägt von einer Vielzahl dissonanter Akkorde und einer komplexen rhythmischen Polyphonie. Orchesterwerke der folgenden Jahre waren u. a. Hyperprism (1923), Intégrales und Arcana (1927). Von 1928 bis 1933 lebte er erneut in Paris, wo er u. a. Ionisation für Schlagwerk schrieb, sich intensiv mit elektronischer Musik und deren Tongeneratoren befasste und Stücke für Ondes Martenot schrieb. 1934 übersiedelte er erneut in die USA, schrieb 1936 sein letztes Werk für fast zwei Jahrzehnte (Density 21.5), begann zu unterrichten und versuchte erfolglos, sich in Hollywood zu etablieren. Ab den 1940er-Jahren lebte er in New York, wo er u. a. den New Chorus gründete, der später zum Greater New York Chorus erweitert wurde und mit dem er überwiegend alte Musik aufführte.

Erst ab den 1950er-Jahren sind erneut Werke belegt, in denen Varèse sich insbesondere mit elektronischer Musik befasste, darunter Déserts (1954) für Holzbläser, Schlagzeug und Tonband oder das Poème électronique (1957−1958).