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Dmitri Schostakowitsch

 Komposition

* 1906 in Sankt Petersburg; † 1975 in Moskau

Dmitri Schostakowitsch studierte, von Alexander Glasunow in den ersten Ausbildungsjahren gefördert, von 1919 bis 1925 am Petrograder Konservatorium Klavier und Komposition bei Maximilian Steinberg; wesentliche Einflüsse hatten auf ihn Alban Berg, Arthur Honegger und Darius Milhaud, denen er persönlich begegnete. Erste Erfolge feierte er mit experimentellen frühen Stücken, ehe seine Oper Lady Macbeth von Mzensk (1932) eine deutliche ästhetische Zäsur darstellte. Trotz des Erfolgs der Oper in den ersten Jahren, wurde sie 1936 abgesetzt und erst 25 Jahre später von Schostakowitsch, nun unter dem Titel Katerina Ismailowa, neu herausgebracht. 1936 zog er auch seine Sinfonie Nr. 4 in c-moll op. 43 von 1934 zurück, der eine musikalisch eingängigere 5. Sinfonie in d-moll op. 47 und im Jahr darauf die Ernennung zum Professor am Leningrader Konservatorium folgten. Während des Zweiten Weltkriegs lebte er in Kuibyschew, Oblast Nowosibirsk, ehe er nach Moskau zog, wo er eine Kompositionsprofessur am dortigen Konservatorium antrat. Seine 7. Sinfonie von 1941 wurde zum Symbol des Widerstands gegen die deutsche Aggression während der Leningrader Blockade, 1941–1942 folgte mit der Oper Die Spieler eines seiner meistgespielten Werke. In seinen folgenden Symphonien, Sinfonie Nr. 8 in c-moll op. 65 
(1943) und 9. Sinfonie in Es-Dur op. 70 (1944–1945), übte er spürbare Kritik an der Haltung der Sowjetunion gegenüber dem nationalsozialistischen Deutschland, dem 1948 schließlich ein Beschluss des Unionskongresses der sowjetischen Komponisten folgte, der die Werke Schostakowitschs als «expressionistische Krämpfe» bezeichnete, als «neurotische Erscheinungen und Flucht in anormale, abstoßende und pathologische Regionen». Erst nach Stalins Tod konnte Schostakowitsch, der zwischenzeitlich auch seine Lehraufträge verloren hatte, in seinem Geburtsland wieder an die frühere Anerkennung anschließen, es folgten vermehrte nationale Aufführungen sowie internationale Reisen und Auftritte. 1957–1968 war er Sekretär des Komponistenverbands der UdSSR, 1960 trat er in die KP ein, 1962 wurde er in den Obersten Sowjet gewählt. In den letzten Lebensjahren erkrankte Dmitri Schostakowitsch schwer, u. a. an einer chronischen Rückenmarksentzündung, die zu einer fortschreitenden Lähmung seiner rechten Hand führte, 1966 erlitt er einen Herzinfarkt, 1967 brach er sich ein Bein und blieb von da an gehbehindert; 1971 folgte ein weiterer Herzinfarkt, eher er 1975 an den Folgen des dritten starb. Seine Sinfonie Nr. 13 in b-moll op. 113 «Babi Jar», die auf einem Gedicht von Jewgeni Jewtuschenko beruht, befasst sich u. a. mit dem Massaker deutscher Truppen an ukrainischen Juden in der Schlucht von Babi Jar im Jahr 1941; in seiner während eines längeren Krankenhausaufenthalts entstandenen 14. Sinfonie op. 135 (1969) setzte sich der bereits schwer gezeichnete Komponist mit Tod und Abschied auseinander; auch seine letzte, 15. Sinfonie in A-Dur op. 141 ist von Rückblicken und Zitaten geprägt, sollte aber, so der Komponist, auch fröhliche Momente in sich tragen. Mit seinen späten Werken, u. a. dem 2. Violoncellokonzert und der Romanzen-Suite op. 127 nach Texten von Alexander Blok, schuf er letzte große Meisterwerke. Seine Sonate für Viola und Klavier op. 147 wurde Schostakowitschs letztes zu Lebzeiten vollendetes Werk.

Version 2023

Werke & Mitwirkungen

2023
  • CUARTETO CASALS | PETER ZUMTHOR 8

    Streichquartett Nr. 2 A-Dur op. 68(1944)- 36' (KomponistIn)Streichquartett Nr. 3 F-Dur op. 73(1946)- 35' (KomponistIn)
    18.11.2023 18:00, Musikverein, Brahms-Saal

2016
  • Gesamtaufführung der Streichquartette von Dmitri Schostakowitsch

    Streichquartett Nr. 1 C-Dur op. 49(1938)- 15' (KomponistIn)Streichquartett Nr. 10 As-Dur op. 118(1964)- 23' (KomponistIn)Streichquartett Nr. 11 f-moll op. 122(1966)- 17' (KomponistIn)Streichquartett Nr. 12 Des-Dur op. 133(1968)- 27' (KomponistIn)Streichquartett Nr. 13 b-moll op. 138(1970)- 21' (KomponistIn)Streichquartett Nr. 14 Fis-Dur op. 142(1972–1973)- 27' (KomponistIn)Streichquartett Nr. 15 es-moll op. 144(1974)- 38' (KomponistIn)Streichquartett Nr. 2 A-Dur op. 68(1944)- 36' (KomponistIn)Streichquartett Nr. 3 F-Dur op. 73(1946)- 35' (KomponistIn)Streichquartett Nr. 4 D-Dur op. 83(1949)- 25' (KomponistIn)Streichquartett Nr. 5 B-Dur op. 92(1952)- 32' (KomponistIn)Streichquartett Nr. 6 G-Dur op. 101(1956)- 23' (KomponistIn)Streichquartett Nr. 7 fis-moll op. 108(1959–1960)- 13' (KomponistIn)Streichquartett Nr. 8 c-moll op. 110(1960)- 21' (KomponistIn)Streichquartett Nr. 9 Es-Dur op. 117(1964)- 26' (KomponistIn)
    11.11.2016 19:30, Wiener Konzerthaus, Großer Saal

2014
  • Ensemble Kontrapunkte / Keuschnig

    Musik zu »Novyi Vavilon / Das Neue Babylon« op. 18 (Regie: Grigorij Kosinzew / Leonid Trauberg, UdSSR 1929)(1928–1929)- 10' (KomponistIn)
    17.11.2014 19:30, Musikverein, Brahms-Saal

2004
  • Kremerata Baltica I

    Symphonie Nr. 14 op. 135(1969)- 50' (KomponistIn)
    23.11.2004 19:30, Musikverein, Großer Saal