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Heitor Villa-Lobos

* 1887 in Rio de Janeiro (Brasilien); † 1959 in Rio de Janeiro

Komposition

Heitor Villa-Lobos erhielt mit sechs Jahren ersten musikalischen Unterricht bei seinem Vater Raul, der ihn das Violoncellospiel lehrte, und setzte seine Ausbildung später bei Benno Niederberger fort. Früh lernte er die brasilianische Folklore kennen, um 1900 entstanden erste Kompositionen, die erste öffentliche Aufführung seiner Kompositionen fand 1915 statt.
1923−1924 verbrachte Heitor Villa-Lobos mit einem Staatsstipendium ein Jahr in Paris, wo er wichtige neue Eindrücke aufnahm, von 1927 bis 1930 folgte ein zweiter Parisaufenthalt. In dieser Zeit erreichte er als erster lateinamerikanischer Komponist auch internationale Bekanntheit. 1930 wurde er Direktor der Academia brasileira de musica und entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Musikpädagogen Brasiliens; ab 1932 arbeitete er für die Regierung Pläne für den Musikunterricht aus. 1944 folgte eine Reise in die USA, wo er von da an bis zu seinem Tod jedes Jahr mit renommierten Orchestern arbeitete und zahlreiche seiner Werke aufnahm.
Heitor Villa-Lobos hat mehr als 1.000 Kompositionen geschrieben, u. a. zwölf Sinfonien, fünf Klavier-, zwei Violoncellokonzerte und je ein Gitarren-, Harfen- und Mundharmonikakonzert, 17 Streichquartette und drei Klaviertrios. In seinen bekanntesten Werken, den Bachianas Brasileiras, verarbeitete er brasilianische Volksmelodien im polyphonen Stil Johann Sebastian Bachs, der seit seiner Jugend eines seiner bedeutendsten musikalischen Vorbilder war. Weniger bekannt sind die Werke, die stärker in der europäischen Tradition stehen und in denen musikalische Vorbilder aus Romantik, Impressionismus und Neoklassizismus anklingen. Seine Kompositionen für Gitarre machen nur einen kleinen Teil seines Gesamtwerkes aus, zählen jedoch zu den populärsten Stücken seines Œuvres.