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Sandeep Bhagwati

*1963 in Bombay (Indien); lebt in Montreal und Québec (Kanada)

Komposition

Sandeep Bhagwati wurde im heutigen Mumbai als Sohn einer deutschen Mutter und eines indischen Vaters geboren und lebte ab seinem fünften Lebensjahr in Deutschland. Von 1984 bis 1987 studierte er am Mozarteum Salzburg und an der Musikhochschule München bei Rupert Huber, Boguslaw Schaeffer, Wilhelm Killmayer u. a. und nahm Unterricht bei Hans-Jürgen von Bose, Edison Denisov, Brian Ferneyhough und Tristan Murail. Im Rahmen eines einjährigen Studiums am Institut de Recherche et Coordination Acoustique/Musique (IRCAM) Paris absolvierte er seine Ausbildung in Computermusik und war dort von 1995 bis 1998 als Komponist tätig. 1991 war er Mitinitiator des Münchner A•DEvantgarde-Festivals, das er bis 1995 leitete, und ist seither als Kurator mehrerer internationaler Festivals tätig.

Einen Schwerpunkt seiner Arbeit setzt der Komponist auf die Musikkulturen Asiens und hat mit zahlreichen internationalen Künstler*innen und Ensemble, darunter Wu Wei, Catherine Milliken, Shubha Mudgal, Simon Rattle, Dhruba Ghosh, Dave Taylor, Uday Bhawalkar, Gebrüder Teichmann, Kiya Tabassian, Mark Applebaum, Aiyun Huang, Nicholas Isherwood, David Rosenboom, Neue Vocalsolisten Stuttgart, China Found Music Workshop, Ensemble Modern, Lori Freedman, Klangforum Wien, Nouvel Ensemble Moderne, Beethoven Orchestra Bonn, Jieun Kang, Jocelyn Clarke, Marie Annick Beliveau, Lorraine Vaillancourt, Munich Philharmonic Orchestra, Peter Ruzicka, Lau Bonitz, Moritz Ernst, Arraymusic, Bozzini Quartet, Sonar Quartett, Berner Streichquartett u. v. a. m. gearbeitet.

Er war Gastkomponist in Royaumont, am ZKM Karlsruhe, am Institut für Elektronische Musik und Akustik (IEM) Graz und beim Beethoven Orchester Bonn. 2004−2005 war er Stipendiat des Internationalen Künstlerhauses Villa Concordia in Bamberg. Sandeep Bhagwatis zahlreiche Werke, die sich stets zwischen den Genres und Disziplinen bewegen, werden weltweit (ur)aufgeführt. Er hat drei Ensembles gegründet, die sich der transnationalen experimentellen Musik widmen: Ecstasies of Influence in Montréal, Extrakte in Berlin und Sangeet Prayog in Pune. Er arbeitet daneben als Autor und für den Rundfunk. Von 2000 bis 2003 war er Professor für Komposition an der Musikhochschule Karlsruhe; seit 2006 hat er den Canada Research Chair in Inter-X Art Practice and Theory an der Faculty of Fine Arts der Concordia University Montreal. Zu seinen zahlreichen Preisen und Stipendien zählen u. a. der Europäische Kompositionspreis der Akademie der Künste Berlin und der Ernst-von-Siemens Förderpreis.

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