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Wolfram Schurig
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WOLFRAM SCHURIG (*1967)

Daniel Ender
Wolfram Schurig – «Ultima Thule»
Erste Bank Kompositionsauftrag 2004

Die Grenzen des Vertrauten zu durchbrechen, eingespielte Wahrnehmungsmuster in Frage zu stellen, ins Offene und Unbestimmte schöpferischen Neulands vorzudringen – diese Stoßrichtung bildet eine vielgestaltige Konstante, die die Kompositionen Wolfram Schurigs von Beginn an auszeichnet. Als äußeres Zeichen jenes Vorgangs einer Selbstüberschreitung der Phantasie können die paradoxen Denkfiguren gelten, die viele seiner Titel auf den Punkt bringen: per due – inferno heißt jenes Werk für einen (!) Gitarristen, das die offizielle Werkliste im Jahr 1986 eröffnet, hot powdery snow umschreibt die widerstreitenden schöpferischen Energien, die in ein Werk für Streichquartett von 1994/95 eingeflossen sind.

Bereits an spannungsreichen Formulierungen wie in den erwähnten Werktiteln zeigt sich, dass dieses OEuvre mehr sein möchte als ein Kompendium artifizieller Gebilde auf höchstem Niveau. Vielmehr rückt in den hier heraufbeschworenen enigmatischen Bildern ein Anspruch auf gedankliches Durchdringen intuitiv erfasster Problemstellungen in den Blick – ein Anspruch, den die einzelnen Werke je auf ihre Weise einzulösen suchen: als zutiefst dialektisches Sich-Abarbeiten an jenen Widersprüchen, die schroff wie Naturgewalten ihre energetischen Ausgangspunkte bilden.

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Wolfram Schurig

Textauszug aus: Daniel Ender: Der Wert des Schöpferischen. Der Erste Bank Kompositionsauftrag 1989–2007. 18 Porträtskizzen und ein Essay. Sonderzahl Verlag 2007. © Daniel Ender, alle Rechte vorbehalten. (pdf, 71 kb)

Wolfram Schurig: Notiz zu «Ultima Thule» für fünf Ensembles, in: Katalog Wien Modern 2004, hrsg. von Berno Odo Polzer und Thomas Schäfer, Saarbrücken: Pfau 2004, S. 157. (pdf, 42 kb)