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Olga Neuwirth
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Wien Modern Galerie

OLGA NEUWIRTH (*1968)

Olga Neuwirth im Jahr 2004 © Katharina Gossow Olga Neuwirth im Jahr 2004 © Katharina Gossow

 

Stefan Drees
Am Rande der Katastrophe
Olga Neuwirths Musik

Die Musik der österreichischen Komponistin Olga Neuwirth steckt voller Verschiebungen, Brüche, Deformationen und assoziativer Bezüge. Ausgangspunkt ihrer Arbeiten sind Klang-, Bild- und Sprachmaterialien unterschiedlichster Herkunft und Beschaffenheit, die sie verbindet, ohne deren jeweilige Eigenschaften einander anzugleichen; meist geprägt durch unvorhersehbare Formverläufe, in denen sich die Musik wie in einem Prozess organischen Wucherns verästelt, erweist sich das Komponierte als Abbild dieses heterogenen Ausgangsmaterials. Hinzu tritt ein wachsames Interesse an Literatur, Philosophie, bildender Kunst und Film, dessen Spuren sich bis in die Musik hinein verfolgen lassen, und das sich in den Werktiteln häufig zu einer knapp gefassten Chiffre für das musikalische Geschehen selbst kristallisiert. So beruft sich etwa das Orchesterstück Cthulhu-Ludium. Vor der Dunkelheit (1991) auf die verworrenen Angstwelten der Erzählungen Howard Phillip Lovecrafts; das Ensemblewerk Vampyrotheone (1994/95) beschwört jenes krakenähnliche Tiefseemonster, das Vilém Flusser als Metapher für die unersättliche Gesellschaft unserer Zeit geprägt hat; die Komposition Hooloomooloo für drei Ensemblegruppen und Zuspielband (1996/97) ist nach einem Triptychon des amerikanischen Malers Frank Stella benannt; das Werk Construction in Space für vier Solisten, vier Orchester-gruppen und Live-Elektronik (2001) bezieht die Anregung für seine skulpturhafte Gestaltung des Klangraums aus den plastischen Arbeiten des Konstruktivisten Naum Gabo, und locus…doublure…solus für Klavier und Ensemble oder Orchester (2001) verweist auf ein Buch des französischen Schriftstellers Raymond Roussel.

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Wien Modern Galerie
Olga Neuwirth

Stefan Drees: Am Rande der Katastrophe. Olga Neuwirths Musik, in: Katalog Wien Modern 2004, hrsg. von Berno Odo Polzer und Thomas Schäfer, Saarbrücken: Pfau 2004, S. 35-37. (pdf, 69 kb)

Bernhard Günther: «Hommage à Klaus Nomi». Zu Olga Neuwirts Zyklus, in: Katalog Wien Modern 2004, hrsg. von Berno Odo Polzer und Thomas Schäfer, Saarbrücken: Pfau 2004, S. 91-93. (pdf, 80 kb)

Elfriede Jelinek: Verschlossene Abfolge (ein paar Anmerkungen zu Schuberts und Olga Neuwirths Musik), in: Katalog Wien Modern 2004, hrsg. von Berno Odo Polzer und Thomas Schäfer, Saarbrücken: Pfau 2004, S. 39-41. (pdf, 65 kb)

Felix Wörner: Jenseits einer synthetischen Einheit. Anmerkungen zu Franz Schubert und Olga Neuwirth, in: Katalog Wien Modern 2004, hrsg. von Berno Odo Polzer und Thomas Schäfer, Saarbrücken: Pfau 2004, S. 111 f. (pdf, 67 kb)

Olga Neuwirth und Roberto Paci Dalò: Italia Anno Zero, in: Katalog Wien Modern 2004, hrsg. von Berno Odo Polzer und Thomas Schäfer, Saarbrücken: Pfau 2004, S. 63. (pdf, 46 kb)

Olga Neuwirth: (Nach)Gedanken zu «Lost Highway», in: Katalog Wien Modern 2004, hrsg. von Berno Odo Polzer und Thomas Schäfer, Saarbrücken: Pfau 2004, S. 89 f. (pdf, 55 kb)

Kunst zwischen Zufall und Identitätssuche. Aus einem Gespräch zwischen Stefan Drees und Olga Neuwirth in: Katalog Wien Modern 2004, hrsg. von Berno Odo Polzer und Thomas Schäfer, Saarbrücken: Pfau 2004, S. 57-61. (pdf, 90 kb)

Textauszug aus: Daniel Ender: Der Wert des Schöpferischen. Der Erste Bank Kompositionsauftrag 1989–2007. 18 Porträtskizzen und ein Essay. Sonderzahl Verlag 2007. © Daniel Ender, alle Rechte vorbehalten. (pdf, 81 kb)