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Enno Poppe
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ENNO POPPE (*1969)

Björn Gottstein
Forschen, Brüten, Schreiben – Über Enno Poppe

«Etwas über Blechblasinstrumente» habe er herausfinden wollen, fasst Enno Poppe die Werkidee lapidar zusammen. Es gehe in Altbau und in seinem zeitgleich entstandenen Schwesterstück für sieben Blechbläser um den Gegensatz zwischen gerasterter Statik und unbestimmter Bewegung, um die Intonation hoher Mikrointervalle in den Hörnern, um Glissandi mit geringem Ambitus in den Posaunen, die Farben der Dämpfer, die Timbre-Schwankungen im Pianissimo. «Da kommt ein Streichquartett nicht mit», schwärmt der 38-jährige Komponist über «das Farben-Netz», das das Blechbläserensemble möglich macht. Poppe erkundet das Blech, wie ein Arzt einen Körper auskultiert. Und trotzdem sind diese Stücke keine medizinische Untersuchung, nicht einfach eine Studie, kein bloßes Tableau der Klangfarben, sondern durchgearbeitete Werke im emphatischen Sinne des Wortes.

Seine «Klangideen» entstünden stets unabhängig von dramaturgischen Konzepten, führt Poppe den Gedanken fort. Die beiden Ebenen, Klang und Dramaturgie bzw. Form, stehen zunächst in keinem zwingenden Zusammenhang, ja sie widersprechen einander vielleicht sogar. Aber genau daran entzündet sich die Phantasie des Komponisten: «Dieses Zusammenbauen der verschiedenen Ebenen ist genau das, was passiert, wenn ich ein Stück schreibe. Strukturidee und Klangidee passen zunächst vielleicht gar nicht zusammen. Das löst einen Prozess aus, durch den sich die Dinge dann gegenseitig befruchten und wo ich das Gefühl habe, als Komponist weiterzukommen.»

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Björn Gottstein: Forschen, brüten, schreiben. Über Enno Poppe, in: Katalog Wien Modern 2008, hrsg. von Berno Odo Polzer / Internationale Musikforschungsgesellschaft, Saarbrücken: Pfau 2008. (pdf, 64 kb)

«Ich hatte mit zeitgenössischer Musik nie Schwierigkeiten». Enno Poppe im Gespräch mit Stefan Fricke, in: Katalog Wien Modern 2008, hrsg. von Berno Odo Polzer / Internationale Musikforschungsgesellschaft, Saarbrücken: Pfau 2008. S. 80-85. (pdf, 111 kb)