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Bernhard Lang
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Wien Modern Galerie

BERNHARD LANG (*1957)

Bernhard Lang im Jahr 2006 © Katharina Gossow Bernhard Lang im Jahr 2006 © Katharina Gossow

 

Thomas Schäfer
Die Passion des Guerilleros
Anmerkungen zu Bernhard Langs widerständiger Ästhetik

die Ewige Wiederkehr als ‹Leier Lied›, als Rundgesang, […]
das die stummen und undenkbaren Kräfte des Kosmos einfängt.
(Gilles Deleuze/Félix Guattari)

Achilles und die Schildkröte
Nach einem alten Paradoxon von Zenon:
Achilles und die Schildkröte laufen um die Wette.
Da Achilles schneller ist als die Schildkröte,
bekommt die Schildkröte einen Vorsprung.
Nun ließe sich behaupten, dass Achilles die Schildkröte
niemals einholen kann, denn immer, wenn Achilles dort ankommt,
wo er die Schildkröte gesehen hat, dann ist sie schon
zu einer neuen Position weitergelaufen.
Dieser Vorgang wiederholt sich unendlich oft.
Wie soll man diesem sich bildenden europäischen
literarischen Raum Widerstand leisten?
Welches wäre die Rolle der Philosophie im Widerstand
gegen diesen fürchterlichen neuen Konformismus?
(Gilles Deleuze)

Der Guerillero lebt in der Opposition. In der Kunst genauso wie sonst wo. Aber was ist Opposition? Lohnt der Aufenthalt im «Gegenüber der Kunst» oder ist er nur ein aufwändig getarnter Reibungsverlust im ansonsten wohl austarierten Spiel von Freiheit und Zwang? Wenn Freiheit aber zur Bedrohung wird, wenn Widerstand im Sinne einer produktiven Schärfung gesellschaftlicher wie künstlerischer Prozesse immer mehr eine historische Kategorie zu werden droht, wenn das Gegenüber im Zustand einer kompletten Verfügbarkeit allen Materials und aller Medien unsichtbar geworden ist («dieser fürchterliche Konformismus»), wenn Beliebigkeit zum scheinbar nicht mehr kritisierbaren Normalzustand geworden ist, wenn mediokre Gebilde in den Zustand von künstlerischen Ereignissen erhoben werden, wenn künstlerische Qualität nicht mehr definierbar, sehr wohl aber hierarchische Systeme noch (und wieder) wirksam geworden sind, wenn Uniformität die Regel und nicht mehr die Ausnahme ist – dann erscheinen konzise künstlerische Konzepte wie die Heilsbotschaft einer vermeintlich verloren geglaubten Welt.

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Wien Modern Galerie
Bernhard Lang

Thomas Schäfer: Die Passion des Guerrilleros. Anmerkungen zu Bernhard Langs widerständiger Ästhetik, in: Katalog Wien Modern 2006, hrsg. von Berno Odo Polzer und Thomas Schäfer, Saarbrücken: Pfau 2006, S. 31-36. (pdf, 97 kb)

Spiegelungen – Doubles. Kommentare zu einem Gespräch mit Bernhard Lang, in: Katalog Wien Modern 2006, hrsg. von Berno Odo Polzer und Thomas Schäfer, Saarbrücken: Pfau 2006, S. 19-30. (pdf, 182 kb)

Fahim Amir: Deleuze & Dagegen. eine kurze Propädeutik zu «Tausend Plateaus», in: Katalog Wien Modern 2006, hrsg. von Berno Odo Polzer und Thomas Schäfer, Saarbrücken: Pfau 2006, S. 37-43. (pdf, 133 kb)

Achim Szepanski: Elektronische Musik, Medien und Deleuze, in: Katalog Wien Modern 2006, hrsg. von Berno Odo Polzer und Thomas Schäfer, Saarbrücken: Pfau 2006, S. 45-47. (pdf, 65 kb)

Bernhard Günther: Press the Difference Button. Bernhard Langs «DW8» für Orchesterloops und zwei Turntable-Solisten, in: Katalog Wien Modern 2006, hrsg. von Berno Odo Polzer und Thomas Schäfer, Saarbrücken: Pfau 2006, S. 83-85. (pdf, 83 kb)

Vom Wie des Was und dem Was des Wie. Oder: Von Lust und Sucht und einer göttlichen Langeweile. Bernhard Lang im Gespräch mit Christian Scheib, in: Katalog Wien Modern 2006, hrsg. von Berno Odo Polzer und Thomas Schäfer, Saarbrücken: Pfau 2006, S. 135-137. (pdf, 67 kb)

Björn Gottstein: «Ein malendes Hören». Musikalisches Kreisen und generierte Loops in der Musik von Bernhard Lang, in: Katalog Wien Modern 2006, hrsg. von Berno Odo Polzer und Thomas Schäfer, Saarbrücken: Pfau 2006, S. 163-165. (pdf, 67 kb)