WIEN MODERN Das Festival
für Musik
der Gegenwart

24. Okt - 15. Nov

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GESCHICHTE WIEN MODERN

Die Gründung des Festivals WIEN MODERN geht auf eine Initiative des italienischen Dirigenten Claudio Abbado zurück. In seiner Funktion als Musikdirektor der Wiener Staatsoper konnte er Ende der 80er Jahre Exponenten aus Politik und Kultur von der Notwendigkeit überzeugen, der Musik des 20. Jahrhunderts in Wien ein eigenes Forum zu bieten. Somit stand das neu gegründete Festival 1988 im Zeichen einer Vitalisierung des traditionsreichen Wiener Musiklebens. Im Spannungsfeld zwischen musikalischer Innovation und Tradition wurde WIEN MODERN als internationale Plattform für aktuelle musikalische Entwicklungen konzipiert, die dem Wiener Publikum zentrale Werke der Neuen Musik in großem Rahmen zugänglich machen sollte.

Dieser Leitidee folgend konzentrierte sich WIEN MODERN zwischen 1988 und 1995 auf die Präsentation zentraler Komponistenpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Nicht weniger als 36 Komponistinnen und Komponisten unterschiedlicher Generationen, kultureller Prägungen und ästhetischer Ausrichtungen wurden in diesen Jahren nach Wien eingeladen und im Rahmen von Portraitkonzerten, Workshops und Gesprächsveranstaltungen vorgestellt. Die Anfangsjahre von WIEN MODERN legten den Grundstein für den internationalen Ruf des Festivals und waren für die Etablierung der musikalischen Avantgarde im Wiener Musikleben von entscheidender Bedeutung.

Thematische Schwerpunkte prägten die Festivalprogramme in den Jahren 1996 bis 1999. Unter den Titeln «Fremde Welten» (1996), «Voices.Words» (1997), «An den Rändern Europas» (1998) und «Riten.Mythen» (1999) rückten übergeordnete Themen ins Blickfeld, die bei der Produktion zeitgenössischer Musik eine bedeutende Rolle spielen. Auf diese Weise thematisierte WIEN MODERN etwa den Einfluß außereuropäischer Musikformen auf die westliche Avantgarde, beleuchtete den Umgang mit der menschlichen Stimme in der zeitgenössischen Musik oder stellte die Frage nach der Existenz musikästhetischer Zentren und Peripherien in Europa.

Bis heute ist die Arbeit mit thematischen Fragestellungen ein wesentlicher Aspekt bei der künstlerischen Planung von WIEN MODERN. Die elektronische Klangerzeugung und ihre Auswirkungen auf die Neue Musik etwa stand im Zentrum von WIEN MODERN 2000. Seither ist experimentelle Elektronik aus dem künstlerischen Profil des Festivals nicht mehr wegzudenken. Und mit der Thematisierung visueller Medien im Jahr 2001 ging eine Öffnung des Festivals gegenüber anderen Kunstsparten einher: Tanz, Performance, bildende Kunst, Film und Video sind zu einem integrativen Bestandteil von WIEN MODERN geworden, sofern sie mit Musik eine signifikante Verbindung eingehen. WIEN MODERN versteht sich heute als ein Festival, das den vielfältigen Musikformen der Gegenwart ein breites Podium bietet und gleichzeitig ihrer Vernetzung mit anderen Medien Rechnung trägt.